Die Forschung und ihre Grenzen

Worauf dieser Ansatz aufbaut, was die Evidenz stützt und wo sie endet.

Human Again stützt sich auf Forschung zu Stress und Erholung, psychologischer Distanzierung und gezielten Atempraktiken. Diese Forschung prägt den Ansatz. Sie belegt nicht die Wirksamkeit des gesamten Programms — und diese Seite macht den Unterschied deutlich.

Anhaltender Stress hat messbare Kosten

Forschung verbindet Stress und die Erholung der Stressreaktion mit kardiovaskulärem Risiko. [9, 10] Die Studien untersuchen unterschiedliche Belastungen und Endpunkte; diese Befunde belegen nicht, dass dieses Programm Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindert.

Erholung ist ein eigener Prozess — und sie lässt sich verbessern

Die Erholungsforschung untersucht Erfahrungen wie das gedankliche Abschalten von der Arbeit, Entspannung, positiv fordernde Tätigkeiten und die freie Wahl über die eigene Zeit. Ihr Zusammenhang mit Wohlbefinden und Arbeitsergebnissen fällt unterschiedlich aus. [1, 2, 4] Studien legen außerdem nahe, dass sich psychologische Distanzierung durch strukturierte Interventionen verbessern lässt. [3]

Was Atemtraining messbar verändert

Langsame Atmung bewirkt konsistente autonome Veränderungen. Zwei unabhängige Meta-Analysen berichten eine erhöhte vagal vermittelte Herzratenvariabilität während und nach langsamer Atempraxis [5, 6] sowie einen gesenkten systolischen Blutdruck und eine gesenkte Herzfrequenz. [6]

Was das nicht belegt, ist ein verlässlicher Effekt darauf, wie gestresst sich jemand fühlt. Dieselbe Meta-Analyse fand nur eine geringfügige, nicht signifikante Verringerung negativer Emotionen, bei hoher Streuung zwischen den Studien. [6] Ebenso wenig belegt all dies dauerhafte gesundheitliche Vorteile oder die Wirksamkeit von psychophysiologischem Atemtraining für Berufstätige. [7]

Was das noch nicht belegt

Keine Studie prüft dieses Programm. Die Evidenz oben stützt seine Bestandteile, nicht die Reihenfolge, in der sie eingesetzt werden.

Zwei Aussagen, die ich an anderer Stelle treffe — dass anhaltender Stress verändern kann, wie jemand standardmäßig atmet, und dass kognitive und Verhaltensveränderung unter dauerhafter Belastung mehr kostet und schlechter hält — beschreibe ich als klinische Beobachtung, statt sie zu belegen. Denn genau das sind sie.

Ich gehe davon aus, dass sich das ändert. Das Programm richtig zu prüfen ist Arbeit, die ich mit Universitätspartnern angehen will.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Sonnentag, S., & Fritz, C. (2007). The Recovery Experience Questionnaire: Development and validation of a measure for assessing recuperation and unwinding from work. Journal of Occupational Health Psychology, 12(3), 204–⁠221. https://doi.org/10.1037/1076-8998.12.3.204
  2. Headrick, L., Newman, D. A., Park, Y. A., & Liang, Y. (2023). Recovery experiences for work and health outcomes: A meta-analysis and recovery-engagement-exhaustion model. Journal of Business and Psychology, 38, 821–⁠864. https://doi.org/10.1007/s10869-022-09821-3
  3. Karabinski, T., Haun, V. C., Nübold, A., Wendsche, J., & Wegge, J. (2021). Interventions for improving psychological detachment from work: A meta-analysis. Journal of Occupational Health Psychology, 26(3), 224–⁠242. https://doi.org/10.1037/ocp0000280
  4. Sonnentag, S., Cheng, B. H., & Parker, S. L. (2022). Recovery from work: Advancing the field toward the future. Annual Review of Organizational Psychology and Organizational Behavior, 9, 33–⁠60. https://doi.org/10.1146/annurev-orgpsych-012420-091355
  5. Laborde, S., Allen, M. S., Borges, U., Dosseville, F., Hosang, T. J., Iskra, M., Mosley, E., Salvotti, C., Spolverato, L., Zammit, N., & Javelle, F. (2022). Effects of voluntary slow breathing on heart rate and heart rate variability: A systematic review and a meta-analysis. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 138, 104711. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2022.104711
  6. Shao, R., Man, I. S. C., & Lee, T. M. C. (2024). The effect of slow-paced breathing on cardiovascular and emotion functions: A meta-analysis and systematic review. Mindfulness, 15(1), 1–⁠18. https://doi.org/10.1007/s12671-023-02294-2
  7. Santino, T. A., Chaves, G. S. S., Freitas, D. A., Fregonezi, G. A. F., & Mendonça, K. M. P. P. (2020). Breathing exercises for adults with asthma. Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 3, CD001277. https://doi.org/10.1002/14651858.CD001277.pub4Diese Übersichtsarbeit untersucht Atemübungen bei Erwachsenen mit Asthma, darunter Buteyko als eine von mehreren Methoden. Sie belegt nicht die Wirksamkeit von Human Again zur Förderung der Erholung bei Berufstätigen.
  8. McEwen, B. S. (2008). Central effects of stress hormones in health and disease: Understanding the protective and damaging effects of stress and stress mediators. European Journal of Pharmacology, 583(2–⁠3), 174–⁠185. https://doi.org/10.1016/j.ejphar.2007.11.071
  9. Chida, Y., & Steptoe, A. (2010). Greater cardiovascular responses to laboratory mental stress are associated with poor subsequent cardiovascular risk status: A meta-analysis of prospective evidence. Hypertension, 55(4), 1026–⁠1032. https://doi.org/10.1161/HYPERTENSIONAHA.109.146621
  10. Richardson, S., et al. (2012). Meta-analysis of perceived stress and its association with incident coronary heart disease. American Journal of Cardiology, 110(12), 1711–⁠1716. https://doi.org/10.1016/j.amjcard.2012.08.004